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Basisinformation zu ADHS

ADHS ist eine Erkrankung, die in der frühen Kindheit beginnt und sich über das Jugendlichen- ins Erwachsenenalter fortsetzen kann.

ADHS gehört mit einer Prävalenz von 4 bis 8 % zu den häufigsten psychischen Störungen im Kindesalter.

Die Störung tritt unter den verschiedensten soziokulturellen Bedingungen auf und wird ferner in allen sozialen Schichten gefunden. Quantitative Unterschiede sind möglich. Das männliche Geschlecht ist mehr als das weibliche betroffen.

Die klassische Syndrom-Trias besteht aus Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität. Die Diagnose wird am besten nach den DSM-IV Kriterien gestellt. Für Erwachsene gibt es speziell elaborierte Kriterien, die auch Zeichen der emotionalen Dysregulation und der Desorganisation umgreifen.

Die klinische Diagnose stützt sich stets auf das ExpertInnen-Urteil; die Entscheidungsgrundlage kann durch den gezielten Einsatz von Ratingskalen verbreitert werden.

Das ADHS-Syndrom ist durch eine lebenslange dynamische Regulationsstörung und hierdurch bestimmte Entwicklungsbesonderheiten gekennzeichnet. Dabei bestimmt eine neurobiologische Prädisposition (genetische Risikokonstellation) im Zusammenwirken mit Erziehungs- und Sozialisationsbedingungen und Lernerfahrungen die Ausprägung der Symptomatik. Neurobiologische Erklärungsmodelle der ADHS beschreiben Funktionsabweichungen in der Regulation und Verfügbarkeit von Botenstoffen (z.B. Dopamin und Noradrenalin) und deren Transportern und Rezeptoren im Gehirn. Dabei sind wesentliche (höhere) Handlungsfunktionen (Exekutivfunktionen), die für die Alltagsbewältigung und -Planung erforderlich sind, beeinträchtigt. Hierzu gehören u.a. Reizfilterung und -verarbeitung, Daueraufmerksamkeit, Handlungsplanung und Organisation, Arbeitsgedächtnis, Vigilanzsteuerung sowie Regulation von Gefühlen und Impulskontrolle. (nach Winkler, M.)

Die genetische Verankerung der Erkrankung ist mit Methoden der klassischen formalen Genetik, mit Assoziationsuntersuchungen unter Verwendung genetischer Polymorphismen und mit Koppelungsstudien gesichert worden.

ADHS geht in vielen Fällen mit einer hohen Rate an komorbiden Leiden einher.

Erwachsene Patienten mit ADHS zeigen über die Kernsymptomatik hinaus eine Reihe von Einschränkungen und Defiziten hinsichtlich ihrer kognitiven und Ausbildungsleistungen, der beruflichen Entwicklung und Leistungsfähigkeit, in sozialen Kontakten, partnerschaftlichen Beziehungen, etc. (z. B., Biederman et al., 2006; Barkley et al. 2006); insbesondere finden sich Persönlichkeitsstörungen, Substanzmissbrauch, Angst, depressive Störungen und weitere Krankheiten, z.T. auch somatische Leiden (bei 87% liegt zum ADHS eine weitere psychische Störung, bei 56% zwei weitere psychische Störungen vor). Zudem sind ist das Unfallrisiko hoch und forensische Komplikationen sind nicht selten.

Ein großer Teil der betroffenen Erwachsenen hat Schwierigkeiten mit Alltagsproblemen, in der Ehe und am Arbeitsplatz. (wie z.B. Antriebsmangel, Probleme mit dem Zeitmanagement, mangelnde Strukturierung, ausgeprägte Selbstwertprobleme und reduzierte Frustrationstoleranz).

Die Behandlung sollte in der Regel multimodal erfolgen.

Bei schwerer Betroffenheit und unbehandelt ist die Lebensqualität insgesamt oft schwer beeinträchtigt.


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